Übersicht: So reagieren die Reedereien auf Covid-19

Kreuzfahrtbranche in Civitavecchia
Kreuzfahrtschiffe in Civitavecchia

Aufgrund der aktuellen Entwicklungen rund um die Verbreitung von Covid-19 und immer mehr Anlaufverboten in Häfen sagen viele Kreuzfahrtanbieter Reisen für die kommenden Wochen ab. Wir fassen in diesem Beitrag zusammen, wie die unterschiedlichen Reedereien mit dem Virus umgehen.

AIDA Cruises: AIDA Cruises hat nun alle Reisen mit Reisebeginn bis einschließlich 30. Juni abgesagt. „Alle Gäste, die in diesem Zeitraum eine Reise mit AIDA geplant haben, werden von uns informiert.“, heißt es auf der Reederei-Webseite. Alle betroffenen Gäste wurden und werden von AIDA informiert.

A-ROSA: Die Flussreederei plant die Wiederaufnahme bis Pfingsten. „Auf Basis der Meldungen einzelner deutscher Bundesländer sowie von Österreich zur Lockerung der herrschenden Beschränkungen, die u.a. die Öffnung von Hotels, Gastronomie, Flusskreuzfahrten und Ausflugsschifffahrt für Touristen bis Ende Mai vorsehen, plant die A-ROSA Flussschiff GmbH ihre Reisen auf Rhein und Donau bis Pfingsten neu zu starten. Auch für Frankreich und Portugal werden in den nächsten Tagen neue Informationen erwartet, die dann rechtzeitig bekannt gegeben werden.“, heißt es von der Reederei.

„Nach dieser langen Zeit der Beschränkungen, die wir alle zum Schutz der Gesellschaft gerne auf uns genommen haben, ist es für uns eine besondere Ehre und ein Vergnügen, wieder Gäste an Bord begrüßen und verwöhnen zu dürfen“, zeigt sich Jörg Eichler, CEO der A-ROSA Flussschiff GmbH, erfreut. „Hierbei sind wir uns unserer Verantwortung natürlich vollumfänglich bewusst, weswegen wir ein Expertenteam aus internen und externen Spezialisten für Hygiene und Gesundheit gegründet haben.“

Die A-ROSA Viva in Vernon
Die A-ROSA Viva in Vernon

Carnival Cruise Line: Carnival Cruise Line will am 1. August den aufgrund der Corona-Krise zum Erliegen gekommenen Kreuzfahrtbetrieb schrittweise wieder aufnehmen. Den behutsamen Neustart bestreitet die US-Reederei mit zunächst acht ihrer insgesamt 28 Schiffe. 

Die stufenweise Wiederinbetriebnahme soll sicherstellen, dass alle Hygiene- und Gesundheitsstandards sowie behördliche Vorgaben vollumfänglich umgesetzt werden. Um dies gewährleisten zu können, stehen zunächst ausgewählte Abfahrtshäfen und Zielgebiete im Fokus. 

So starten die Kreuzfahrten ausschließlich von den US-Häfen Miami (Carnival Horizon, Carnival Magic, Carnival Sensation), Port Canaveral (Carnival Breeze, Carnival Elation) sowie Galveston (Carnival Dream, Carnival Freedom, Carnival Vista). Angelaufen werden verschiedene Ziele in der Karibik. 

Alle weiteren bis einschließlich 31.08.2020 geplanten Kreuzfahrten ab nordamerikanischen Häfen wurden abgesagt. Das gilt auch für alle Reisen mit der Carnival Spirit bis einschließlich 06.10.2020. 

Costa Cruises: Costa hat nun alle Reisen bis 30. Juni 2020 abgesagt. „Alle Gäste und Reisebüros, die in diesem Zeitraum eine Reise mit Costa gebucht haben, werden informiert. Die Bearbeitung der Buchungen erfolgt chronologisch nach Abreisedatum. „, heißt es auf der Webseite von Costa Kreuzfahrten.

Die Costa Mediterranea an der Pier in Bremerhaven
Die Costa Mediterranea an der Pier in Bremerhaven

Celestyal Cruises: Celestyal Cruises verlängert die Aussetzung des Kreuzfahrtbetriebs bis zum 29. Juni 2020. „Celestyal Cruises bietet allen Einzelgästen, die den vollen Reisepreis bereits entrichtet haben und von dieser vorübergehenden Aussetzung betroffen sind, ein zukünftiges Kreuzfahrtguthaben in Höhe von 120 Prozent des ursprünglichen Buchungswerts. Gäste können dieses Guthaben bis Ende Dezember 2021 für die Buchung einer Kreuzfahrt aus dem gesamten Celestyal-Portfolio in den Jahren 2020, 2021 und 2022 nutzen.“, teilte das Unternehmen mit.

Celestyal Crystal von Celestyal Cruises vor Santorini
Celestyal Crystal von Celestyal Cruises vor Santorini

Cunard Line: Auch Cunard Line stellt den Betrieb ein. „Aufgrund der anhaltenden Beschränkungen durch Covid-19 verlängert Cunard die Unterbrechung der Reisesaison bis einschließlich 31. Juli 2020 für die Queen Mary 2 und die Queen Victoria. Die Abfahrten der Queen Elizabeth werden bis einschließlich 8. September 2020 ausgesetzt, sodass somit leider die Alaska-Saison 2020 ausfallen muss.“, heißt es von der Reederei.

Die drei Cunard Queens beim Auslaufen aus Southampton. Foto: Christopher Ison
Die drei Cunard Queens beim Auslaufen aus Southampton. Foto: Christopher Ison

FTI Cruises: Der Veranstalter hat alle Kreuzfahrten mit der MS Berlin bis 14. Juni 2020 abgesagt. Auch alle weiteren Reisen des Veranstalters sind bis zu diesem Datum abgesagt.

Hapag Lloyd Cruises: Auch Hapag Lloyd Cruises verkündete, aktuell und voraussichtlich bis Mitte Juni zu pausieren. „Kontinuierlich wägen wir ab, ob wir anstehende Kreuzfahrten wie geplant durchführen. Somit kann es bis auf Weiteres immer wieder – auch kurzfristig – zu Reiseabsagen kommen. Wir bedauern diese Entwicklung und die entstehenden Unannehmlichkeiten für unsere Gäste aufgrund der unveränderbaren äußeren Umstände sehr.“, heißt es auf der Reederei-Webseite

Holland America Line: Auch Holland America Line hat den Betrieb eingestellt. Alle Reisen für 2020 in Alaska, Europa und Kanada/Neu England sind abgesagt.

Hurtigruten: Alle Hurtigruten Expeditions-Seereisen werden bis zum 20. Mai storniert. Darüber hinaus wird Hurtigruten Expeditions-Seereisen-Saison in Alaska aufgrund neuer Reisebeschränkungen der kanadischen Behörden bis in den September hinein abgesagt. Der Betrieb auf der Postschiffroute wird bis zum 20. Mai 2020 ausgesetzt. Somit findet die erste geplante Rundreise ab Bergen am 21. Mai statt.

MSC Cruises: MSC Cruises hat alle Reisen bis 10.07.2020 ausgesetzt. A“Die lokalen Teams von MSC arbeiten unermüdlich mit den Gästen und deren Reisebüros zusammen, um die Auswirkungen dieser notwendigen Entscheidung auf die geplanten Kreuzfahrten auf unseren Schiffen bis zum 10. Juli zu bearbeiten und wir bedauern aufrichtig die Unannehmlichkeiten, die ihnen dadurch entstehen werden.“, heißt es auf der Reederei-Webseite

Pierfrancesco Vago, Executive Chairman von MSC Cruises, erklärt: „Diese Entscheidung haben wir nicht auf die leichte Schulter genommen, aber unter den gegenwärtigen Umständen müssen die Gesundheit und Sicherheit unserer Gäste, der Besatzung und der Bevölkerung an Land – einschließlich unserer Mitarbeiter und ihrer Familien – an erster Stelle stehen. Als Familienunternehmen mit einer über 300-jährigen maritimen Tradition hielten wir diese Entscheidung für richtig“.

MSC Magnifica in Hamburg
MSC Magnifica in Hamburg

nicko cruises: Auch nicko cruises hat sich entschieden, den Schiffsbetrieb ruhen zu lassen. Auf der Webseite heißt es: „Der verlängerten Reisewarnung für touristische Reisen ins Ausland seitens des Auswärtigen Amts folgend, sagt nicko cruises alle Reisen auf der Donau sowie in Portugal, Frankreich, Kroatien, Russland und Asien mit Abfahrt bis einschließlich 14. Juni 2020 ab. Alle nicko cruises Schiffe im Ausland oder mit hohen ausländischen Streckenanteilen treten damit ihre erste Reise zum laut Katalog geplanten Reisetermin ab Mitte Juni an.

Über Reisen innerhalb von Deutschland will das Bundeskabinett zusammen mit den Ministerpräsidenten zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden. Innerdeutsche Reisen, z.B. Kreuzfahrten zwischen Potsdam und Stralsund oder ab/bis Köln sind somit weiterhin ab Anfang Juni geplant – vorausgesetzt, die politischen Beschlüsse und behördlichen Anweisungen lassen dies zu diesem Zeitpunkt zu.“

Norwegian Cruise Line/Oceania Cruises/ Regent Seven Seas Cruises: Die Norwegian Cruise Line Holding mit ihren drei Marken setzt den Kreuzfahrtbetrieb nun bis 30. Juni aus.

Alle Gäste auf betroffenen Reisen erhalten eine 125-prozentige Rückerstattung des bezahlten Fahrpreises in Form einer zukünftigen Kreuzfahrtgutschrift, die bis zum 31. Dezember 2022 für jede zukünftige Kreuzfahrt in Anspruch genommen werden kann. Gäste, die den 125-prozentigen Kreuzfahrtkredit nicht in Anspruch nehmen möchten, erhalten eine hundertprozentige Rückerstattung des Fahrpreises. Die Rückerstattung erfolgt innerhalb von 90 Tagen nach Antrag auf die ursprüngliche Form der Zahlung. Die Provisionen der Reisepartner für stornierte Kreuzfahrten werden gemäß den normalen Richtlinien geschützt.

Norwegian Cruise Line Holdings mit den Marken Norwegian Cruise Line, Oceania Cruises und Regent Seven Seas Cruises
Norwegian Cruise Line Holdings mit den Marken Norwegian Cruise Line, Oceania Cruises und Regent Seven Seas Cruises

Phoenix Reisen: Auch der Bonner Reiseveranstalter hat Kreuzfahrten abgesagt, derzeit bis Anfang bzw. Mitte Juli. Eine aktuelle Übersicht der abgesagten Reisen gibt es bei Phoenix Reisen.

Die MS Deutschland an der Columbuskaje in Bremerhaven
Die MS Deutschland an der Columbuskaje in Bremerhaven

Ponant: Ponant hat alle Kreuzfahrten seit dem 15.03.2020 bis auf Weiteres eingestellt. Aktuell plant die Reederei, je nach Schiff im Laufe des Juni den Betrieb aufzunehmen. Alle betroffenen Gäste werden von Ponant kontaktiert. Eine Übersicht der betroffenen Reisen gibt es hier.

In einem Brief von Hervé Bellaïch, Vorstand Sales & Marketing bei Ponant, heißt es: “ In der Bretagne heißt es: „C’est dans la tempête que l’on juge un marin“ (‚Im Sturm kann man die Qualität eines Seemanns am besten beurteilen‘). Wir sind voller Zuversicht und Motivation, diese außergewöhnliche Situation zu bewältigen. Sobald der Sturm abgeklungen ist, werden wir noch entschlossener als je zuvor auf das Meer zurückkehren, um Ihnen neue Horizonte zu offenbaren. Für die, die schon jetzt in die Zukunft blicken und neue Buchungen tätigen möchten, haben wir besonders vorteilhafte und flexible Buchungsbedingungen eingeführt.“

Princess Cruises: Ursprünglich hatte Princess Cruises den weltweiten Betrieb seiner 18 Kreuzfahrtschiffe für 60 Tage bis einschließlich 10. Mai unterbrochen. Abfahrten in Australien sind bis in den Juli hinein abgesagt. Nun steht fest: Die Pausierung verlängert sich bis 30. Juni 2020.

Betroffenen sind diese Reisen:

  • alle verbleibenden Alaska-Kreuzfahrten mit Emerald Princess und Ruby Princess:
  • Alle verbleibenden Europa- und Transatlantikkreuzfahrten mit Enchanted Princess, Regal Princess, Sky Princess, Crown Princess und Island Princess
  • Für den Sommer geplante Abfahrten in der Karibik sowie nach Kanada & Neuengland mit Caribbean Princess und Sky Princess
  • Kreuzfahrten mit Abfahrt in Japan mit Diamond Princess von Sommer bis in den Herbst 2020
  • Australienabfahrten mit Sapphire Princess und Sea Princess bis einschließlich August
  • Juli-Kreuzfahrten ab Taiwan mit Majestic Princess
  • Herbstkreuzfahrten nach Hawaii und Französisch-Polynesien mit Pacific Princess bis einschließlich November

Royal Caribbean Cruises: Die Marken des Konzerns (Royal Caribbean International, Celebrity Cruises, Azamara Cruises und Silversea Cruises) haben nun alle Kreuzfahrten bis zum 11. Juni abgesagt. Die Passagiere haben die Möglichkeit, zwischen einer 100-prozentigen Stornierung oder einem 125-Prozent-Gutschein für eine künftige Reise zu wählen.

Der zweitgrößte Kreuzfahrtanbieter der Welt hatte am 14. März zunächst für die Marken Royal Caribbean International, Celebrity Cruises, Azamara Cruises und Silversea Cruises für die kommenden 30 Tage bis zum 12. April abgesagt. Zuvor waren nur die Reisen mit amerikanischen Häfen abgesagt worden.

Seabourn: Auch Seabourn hat den Schiffsbetrieb eingestellt. Die nächsten Kreuzfahrten sollen nach dem 30. Juni 2020 stattfinden.

Transocean Kreuzfahrten: „TransOcean hat sich zusammen mit dem Mutterkonzern Cruise & Maritime Voyages (CMV) aufgrund der aktuellen Situation und der fortlaufenden Ausbreitung von COVID-19 dazu entschieden, alle Kreuzfahrten bis einschließlich zum 21. Mai 2020 vorübergehend abzusagen. Durch aktualisierte Regierungshinweise und die bevorstehende Sperrung vieler Häfen auf der ganzen Welt hat sich das Unternehmen für diese Maßnahmen entschieden, um die Passagiere und Crewmitglieder zu schützen.“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Vasco da Gama in Bremerhaven
Vasco da Gama in Bremerhaven

Zudem gewährt Transocean Entschädigung. „Allen betroffenen Passagieren wird eine volle Rückerstattung oder ein attraktives Kreuzfahrtguthaben in Höhe von 125 Prozent des Wertes ihrer ursprünglichen Kreuzfahrt angeboten. Kunden, die sich für eine Umbuchung entscheiden, erhalten außerdem einen Sonderrabatt von 20 Prozent auf die Getränkepakete an Bord sowie einen Rabatt von 15 Prozent für Landausflüge und ein Upgrade in die nächsthöhere Kabinenkategorie (je nach Verfügbarkeit).“

TUI Cruises: Alle Kreuzfahrten sind derzeit bis Mitte Juni sind abgesagt. Gäste, deren Reise abgesagt wurden, erhalten ein sogenanntes Reiseguthaben, welches aus der bereits geleisteten Zahlung für die nun abgesagte Reise besteht. Dieses Reiseguthaben kann dann als Zahlungsmittel für eine künftige Kreuzfahrt eingesetzt werden.

„Allen Gästen mit Abreisetermin bis zum 31.07.2020 bieten wir die Möglichkeit, bis spätestens 5 Tage vor Reisebeginn gebührenfrei umzubuchen (unabhängig vom gebuchten Tarif), falls sie ihre Reise nicht antreten möchten.“, heißt es von TUI Cruises.

Die Mein Schiff 1 in Hamburg
Die Mein Schiff 1 in Hamburg

Auf der Website heißt es: “ So bald wie möglich wollen wir wieder Fahrt aufnehmen. Daher nutzen wir die Zeit, um gemeinsam mit Häfen, Urlaubsländern und Gesundheitsbehörden zu besprechen, unter welchen Voraussetzungen wir Kreuzfahrten wieder möglich machen können. Die Gesundheit unserer Gäste und Besatzung hat dabei natürlich oberste Priorität. Wir blicken positiv in die Zukunft und bereiten im Hintergrund schon alles für Ihre nächste Reise vor. Bleiben Sie also bei uns „an Bord“, denn der nächste Urlaub kommt bestimmt.“

VIVA Cruises: Auch VIVA Cruises hat Flusskreuzfahrten abgesagt. derzeit sind Reisen bis Mitte Juni betroffen. Dadurch können aktuell keine Reisen mit der Esprit, Swiss Crown, Junker Jörg und Jane Austen. Auch die Jungfernfahrt und der Saisonstart der VIVA Tiara sind durch die Corona-Krise ausgefallen.

Betroffene Gäste können bei gleichem Reisepreis kostenfrei auf eine beliebige Reise mit bis zu 7 Nächten umbuchen, sich einen Gutschein in Höhe der bereits geleisteten Zahlung inkl. kostenfreiem Upgrade für die nächste Buchung bis 31.12.2021 ausstellen lassen oder sich ihre Reise zu 100% rückerstatten lassen.