Übersicht: So reagieren die Reedereien auf Covid-19

Kreuzfahrtbranche in Civitavecchia
Kreuzfahrtschiffe in Civitavecchia

Aufgrund der aktuellen Entwicklungen rund um die Verbreitung von Covid-19 und immer mehr Anlaufverboten in Häfen sagen viele Kreuzfahrtanbieter Reisen für die kommenden Wochen ab. Wir fassen in diesem Beitrag zusammen, wie die unterschiedlichen Reedereien mit dem Virus umgehen. Einige Reedereien planen aber bereits den Neustart oder fahren sogar wieder.

AIDA Cruises: AIDA Cruises hat nun alle Reisen mit Abfahrten bis 31. August abgesagt. Alle betroffenen Gäste wurden und werden von AIDA informiert. “In vielen unserer Reisegebiete sind die Regelungen für den Tourismus noch in Abstimmung und die konkreten Bedingungen für einen Neustart noch nicht umfassend geklärt.”, heißt es auf der Website der Reederei. Zudem können AIDA Reisen mit Abfahrtsdatum bis 31. Oktober 22020 bis drei Tage vor Reisebeginn einmalig kostenfrei umgebucht werden.

Im August 2020 heißt es „Leinen los!“ für die ersten drei Kreuzfahrtschiffe von AIDA Cruises zu einem Neustart seit der Reiseunterbrechung. Den Auftakt macht AIDAperla am 5. August 2020 in Hamburg. Danach startet AIDA Cruises am 12. August 2020 mit AIDAmar ab Rostock-Warnemünde und am 16. August 2020 mit AIDAblu ab Kiel in die diesjährige Sommersaison.

AIDAluna im Kieler Hafen
AIDAluna im Kieler Hafen

Gäste, die von abgesagten Reisen betroffen sind, erhalten ein Reiseguthaben anstelle einer automatischen Rückzahlung. Das Guthaben enthält ebenso einen Bonus in Höhe von zehn Prozent. Für Gäste, die das Guthaben nicht in Anspruch nehmen möchten, ist dennoch eine Rückerstattung möglich.

A-ROSA: Ursprünglich hatte die Flussreederei eine Wiederaufnahme zu Pfingsten geplant. Seit Ende bietet A-ROSA wieder Reisen auf der Donau, dem Rhein und dem Douro sowie seit dem 11. Juli in Frankreich an. Die Routings entsprechen dabei den im Katalog ausgeschriebenen Verläufen. Aufgrund von behördlichen Verordnungen oder sich verändernden Gegebenheiten vor Ort kann es hierbei gegebenenfalls zu Anpassungen kommen.

“Derzeit erarbeitet das A-ROSA Care-Team ein Hygiene- und Gesundheitskonzept, das die bestehenden Abstandsregeln und Schutzmaßnahmen für Gäste und Crews umsetzt und A-ROSA Flusskreuzfahrten so in eine sichere, neue Normalität führt. Die stets dem dynamischen Verlauf der Pandemie angepassten Vorgaben der Regelungen beobachten wir dabei aufmerksam.”, heißt es auf der Website der Reederei.

A-ROSA Viva in Mantes-la-Jolie
A-ROSA Viva am Anleger in Mantes-la-Jolie

Carnival Cruise Line: Carnival Cruise Line will am 1. August den aufgrund der Corona-Krise zum Erliegen gekommenen Kreuzfahrtbetrieb schrittweise wieder aufnehmen. Den behutsamen Neustart bestreitet die US-Reederei mit zunächst acht ihrer insgesamt 28 Schiffe. 

Die stufenweise Wiederinbetriebnahme soll sicherstellen, dass alle Hygiene- und Gesundheitsstandards sowie behördliche Vorgaben vollumfänglich umgesetzt werden. Um dies gewährleisten zu können, stehen zunächst ausgewählte Abfahrtshäfen und Zielgebiete im Fokus. 

So starten die Kreuzfahrten ausschließlich von den US-Häfen Miami (Carnival Horizon, Carnival Magic, Carnival Sensation), Port Canaveral (Carnival Breeze, Carnival Elation) sowie Galveston (Carnival Dream, Carnival Freedom, Carnival Vista). Angelaufen werden verschiedene Ziele in der Karibik. 

Carnival Panorama auf Probefahrt. Foto: Carnival Cruise Line
Carnival Panorama auf Probefahrt. Foto: Carnival Cruise Line

Alle weiteren bis einschließlich 30. September geplanten Kreuzfahrten ab nordamerikanischen Häfen wurden abgesagt. Das gilt auch für alle Reisen mit der Carnival Spirit bis einschließlich 06.10.2020. 

Zudem werden aufgrund von Verzögerungen beim Bau neuer Schiffe der Reederei und Schiffsverkäufen weitere Veränderungen für die kommenden Jahre bekanntgegeben. Die Mardi Gras wird am 06.02.2021 von Port Canaveral in Betrieb genommen. Alle Reisen ab Port Canaveral mit Abfahrt vom 14.11.2020 bis einschließlich 30.01.2021 wurden gestrichen.

Der 200 Millionen Dollar teure Umbau von Carnival Radiance in der Werft von Cádiz in Spanien wurde in diesem Frühjahr ausgesetzt, als die COVID-19-Pandemie zu einer landesweiten Ausgangsperre führte. Carnival evaluiert derzeit die Optionen, um den Umbau abzuschließen, aber das Schiff wird wahrscheinlich nicht vor dem Frühjahr fertiggestellt.

Aufgrund der verspäteten Fertigstellung von Carnival Radiance wird die Carnival Breeze von Fort Lauderdale nach Port Canaveral verlegt und übernimmt die Kreuzfahrten der Carnival Radiance vom 08.11.2020 bis einschließlich 24.04.2021. Folglich werden die Gäste der 18 mit der Carnival Breeze geplanten Abfahrten ab Fort Lauderdale, die vom 07.11.2020 bis 07.03.2021 stattfinden sollten, darüber informiert, dass ihre Kreuzfahrten abgesagt wurden.Die Transatlantik- sowie europäischen Abfahrten von Carnival Magic vom 13.03.2021 bis 03.05.2021 wurden gestrichen. Carnival Magic wird nach Miami verlegt und übernimmt dort 7 Abfahrten der Carnival Breeze vom 13.03.2021 bis 24.04.2021, welche ursprünglich ab Fort Lauderdale stattfinden sollten. Die Reiseroute bleibt gleich, nur der Starthafen und das Schiff ändern sich.

Celestyal Cruises: Celestyal Cruises verlängert die Aussetzung des Kreuzfahrtbetriebs Bis zum Start der Saison 2021 am 6. März des kommenden Jahres. “Für alle namentlich genannten Einzelgäste, die bezahlt haben und von dieser Aussetzung betroffen sind, bieten wir ein Guthaben („Future Cruise Credit“ (FCC)) in Höhe von 120 Prozent des ursprünglichen Buchungswerts an. Unsere Gäste haben bis Ende Dezember 2021 die Möglichkeit, ihr Guthaben für zukünftige Kreuzfahrten bis Ende Dezember 2022 gegen eine der Reiserouten von Celestyal Cruises einzulösen. Sollten unsere Gäste ihre FCC bis Ende Dezember 2021 nicht einlösen, erhalten sie nach Ablauf des Gutscheins automatisch eine volle Rückerstattung in Höhe des ursprünglichen Buchungsbetrags.”, so eine Reederei auf ihrer Webseite.

Zudem hat Celestyal Cruises angekündigt, die Costa NeoRomantica gekauft zu haben.

Celestyal Crystal von Celestyal Cruises vor Santorini
Celestyal Crystal von Celestyal Cruises vor Santorini

“Um die Unannehmlichkeiten so gering wie möglich zu halten, sendet Celestyal den Voucher mit dem Guthaben direkt an jeden Gast bzw. dessen Reisebüro. Damit ist eine Kontaktaufnahme mit dem Kundenzentrum von Celestyal nicht mehr nötig.”,, lautet es in der Pressemitteilung weiter.

Costa Cruises: Auch Costa Cruises hat wie die Tochter AIDA Cruises nun den Neustart angekündigt. Ab dem 14. August werden die ersten Schiffe den Betrieb wieder aufnehmen Anfang Oktober soll die gesamte Flotte wieder fahren. “Alle Gäste und Reisebüros, die in diesem Zeitraum eine Reise mit Costa gebucht haben, werden informiert. Die Bearbeitung der Buchungen erfolgt chronologisch nach Abreisedatum. “, informiert die Reederei auf ihrer Webseite.

Die Costa Mediterranea an der Pier in Bremerhaven
Die Costa Mediterranea an der Pier in Bremerhaven

“Uns ist es wichtig, den Gästen dennoch eine Perspektive für einen wunderschönen Urlaub an Bord geben zu können. Daher bieten wir auch den betroffenen Gästen der Juli-Abfahrten einen Gutschein und einen Vertrauens-Bonus on top von 10 % auf die an Costa Kreuzfahrten geleisteten Zahlungen an.

Dieser Gutschein kann für alle Reisen bis einschließlich 31.12.2021 genutzt werden, auch für bereits gebuchte Costa Kreuzfahrten der Kunden. Gästen, die ihren Voucher und den 10 % Bonus nicht in Anspruch nehmen möchten, erstattet Costa Kreuzfahrten auf Wunsch den Reisepreis in Höhe der bereits geleisteten Zahlung. Die Erstattung erfolgt über ein spezielles Antragsformular, das online unter www.costakreuzfahrten.de abrufbar ist.”, heißt es in der dazugehörigen Pressmitteilung.

Aktuell hat Costa Cruises nun eine neue Kampagne gestartet. Unter dem Motto, “Der Urlaub, den wir vermissen”, möchte die Reederei die schönen Urlaubserinnerung wieder aufleben lassen.

Cunard Line: Auch Cunard Line stellt den Betrieb ein. “Als Folge der anhaltenden Auswirkungen von Covid-19 hat sich die Traditionsreederei Cunard dazu entschieden, als Vorsichtsmaßnahme die Unterbrechung des Kreuzfahrtbetriebs aller drei Schiffe erneut zu verlängern. Somit werden keine Reisen der Queen Mary 2 und der Queen Victoria mit Abfahrt bis einschließlich 1. November 2020 und keine Reisen der Queen Elizabeth mit Abfahrt bis einschließlich 23. November 2020 mehr stattfinden.”, heißt es von der Reederei.

Die drei Cunard Queens beim Auslaufen aus Southampton. Foto: Christopher Ison
Die drei Cunard Queens beim Auslaufen aus Southampton. Foto: Christopher Ison

Simon Palethorpe, Präsident von Cunard, äußert sich zur erneuten Verlängerung: „Aufgrund der vielen unterschiedlichen Einschränkungen der Länder scheint die Möglichkeit, sich frei und grenzüberschreitend bewegen zu können, noch weit entfernt. Dieser Umstand hat auf Cunard besonders große Auswirkungen, da wir so viele internationale Gäste bei uns begrüßen und mit unseren Schiffen überall in der Welt unterwegs sind.

Wir müssen zudem die Auswirkungen von Covid-19 für das Leben an Bord unserer Schiffe besser verstehen. Das bedeutet, dass wir eng mit den entsprechenden Behörden auf höchster Ebene zusammenarbeiten, wie den US Centers for Disease Control & Prevention (CDC), der englischen Gesundheitsbehörde (Public Health England), dem Weltverband der Kreuzfahrtindustrie (CLIA) sowie medizinischen Experten, um jeden Aspekt unseres Angebotes zu durchleuchten.“

Er fügt hinzu: „Während wir immer sehr stolz darauf gewesen sind, so hohe Standards bezüglich der Gesundheit und Sicherheit zu haben, bauen wir diese nun noch weiter aus in Bezug auf verbesserte Protokolle für alle Aspekte des Bordlebens sowie an Land. Wir werden den Betrieb unserer Schiffe erst wieder aufnehmen, wenn wir ein umfassendes Protokoll für einen Neustart erarbeitet und die Genehmigung und Akkreditierung für dieses aus den vertrauenswürdigsten und sachkundigsten Quellen erhalten haben“.

Betroffene Gäste erhalten einen sogenannten Future Cruise Credit über 125 Prozent des Reisepreises.

FTI Cruises: Der Veranstalter hat alle Kreuzfahrten mit der MS Berlin bis abgesagt sowie angekündigt, FTI Cruises nicht mehr weiter betreiben zu wollen. “Aufgrund der aktuellen Lage und Herausforderungen die vor uns stehen, sind keine Neubuchungen für FTI Cruises sowie die MS Berlin mehr möglich. Alle bestehenden Buchungen werden im Rahmen der Möglichkeiten abgewickelt.” heißt es auf der FTI Cruises Webseite.

Hapag Lloyd Cruises: Auch Hapag Lloyd Cruises verkündete, wieder Reisen anzubieten. Dafür sei unter anderem ein 10-Punkte-Plan ausgearbeitet worden. Mit der MS Europa, MS Europa 2 sowie Hanseatic inspiration und Hanseatic nature werden ab August neue Reisen in Nordeuropa ohne und auch mit Landgängen angeboten.

Hapag Lloyd Schiffstreffen in Lissabon. Foto: Susanne Baade/ Hapag Lloyd Cruises
Hapag Lloyd Schiffstreffen in Lissabon. Foto: Susanne Baade/ Hapag Lloyd Cruises

Auch Hapag Lloyd Cruises bietet betroffenen Gästen für abgesagte Kreuzfahrten ein Reiseguthaben in Höhe des Reisepreises. Außerdem gewährt die Reederei ein Bordguthaben über drei Prozent des Seepreises bei Umbuchung der ausgefallenen Kreuzfahrt.

Holland America Line: Auch Holland America Line hat den Betrieb eingestellt. Alle Reisen für 2020 in Alaska, Europa und Kanada/Neu England sind abgesagt. Außerdem wird die Amsterdam nicht die geplante 79-tägige Grand Voyage unternehmen, die ab dem 3. Oktober diesen Jahres geplant war.

Hurtigruten: Auch Hurtigruten hat den Kreuzfahrtbetrieb zeitweise ausgesetzt. Für die klassische Postschiffroute im Liniendienst bleibt dies auch so bis zum 15. Juni. Demnach ist die Finnmarken am 16. Juni ab Bergen das erste Schiff, das die Route wieder aufnimmt. Bis zum 24. Juni folgen dann auch die Richard With, die Trollfjord und die Midnatsol.

Die Fridtjof Nansen führt seit dem 26. Juni Reisen ab/bis Hamburg durchn. Bis Anfang September sollen dann sechs Reisen dieser Art stattfinden, Ziele sind unter anderem der Lyse- und Geirangerfjord, die Lofoten sowie das Nordkap. Hurtigruten betont auf der Website, dass Sicherheit jederzeit die oberste Priorität hat. Daher wird die Fridtjof Nansen auch nur mit 50-prozentiger Auslastung fahren.

Jedes Crewmitglied wird vorab einem Gesundheitscheck unterzogen und hat den offiziellen WHO-Kurs Covid-19 für Hygieneverfahren und Infektionsmanagment absolviert. Die Gäste müssen vor der Reise einen Gesundheitsfragebogen ausfüllen und werden gebeten, die bekannten Maßnahmen wie Hände waschen und Abstand halten anzuwenden. Eine Maskenpflicht soll es allerdings nicht geben.

Hurtigruten gibt an, den Richtlinien des norwegischen Instituts für öffentliche Gesundheit zu folgen. Zu den Landgängen sagt die Reederei auf ihrer Website folgendes: “Wir stehen stets in engem Dialog mit unseren Partnern, die entlang der norwegischen Küste Ausflüge anbieten, damit wir Ihnen weiterhin einzigartige Erlebnisse bieten können. Das Ausflugsprogramm wird dabei ständig an die jeweils geltenden nationalen Empfehlungen angepasst.

Gemeinsam mit unseren Partnern vor Ort führen wir weitere Reinigungs- und Hygieneverfahren ein. Auch bei unseren Ausflügen werden Sie gebeten, Ihre Hände häufig und gründlich zu waschen oder zu desinfizieren. Die Teilnehmerzahlen wurden reduziert, so dass jederzeit genügend Abstand zwischen Gästen eingehalten werden kann. Leider sind aufgrund dessen einige Ausflüge umgehend ausgebucht oder müssen geändert werden, um das Infektionsrisiko zu minimieren.”

Auch die Expeditionsreisen sind derzeit noch ausgesetzt, teilweise bis in den September. Für alle betroffenen Gäste gilt laut Website der Reederei: “Alle Gäste werden so schnell wie möglich, jedoch spätestens 3 Wochen vor der geplanten Abfahrt benachrichtigt.”

MSC Cruises: MSC Cruises hat alle Reisen bis 15. August 2020 ausgesetzt. “In den vergangenen Monaten hat MSC Cruises intensiv an einem neuen umfassenden Gesundheits- und Sicherheitsprotokoll für die Wiederaufnahme des Schiffsbetriebs gearbeitet. Die endgültige Entscheidung braucht noch etwas Zeit, da sie von der Genehmigung unseres neuen Betriebsprotokolls für Gesundheit und Sicherheit abhängt.”, heißt es auf der Reederei-Webseite.

MSC Magnifica in Hamburg
MSC Magnifica in Hamburg

Auch hier erhalten betroffene Gäste ein Reiseguthaben sowie ein Bordguthaben zwischen 100 und 400 Euro pro Kabine bei Antritt einer neugebuchten Kreuzfahrt.

Pierfrancesco Vago, Executive Chairman von MSC Cruises, erklärt: “Diese Entscheidung haben wir nicht auf die leichte Schulter genommen, aber unter den gegenwärtigen Umständen müssen die Gesundheit und Sicherheit unserer Gäste, der Besatzung und der Bevölkerung an Land – einschließlich unserer Mitarbeiter und ihrer Familien – an erster Stelle stehen. Als Familienunternehmen mit einer über 300-jährigen maritimen Tradition hielten wir diese Entscheidung für richtig”.

nicko cruises: Auch nicko cruises hat sich entschieden, den Schiffsbetrieb schrittweise wieder aufzunehmen. Auf der Webseite heißt es: „Flusskreuzfahrten innerhalb der EU bzw. Schengen mit besonderen Hygienekonzepten, wie wir sie mit unseren Partner-Reedereien erarbeitet haben, sind gemäß des Auswärtigen Amts explizit erlaubt und werden daher durchgeführt – vorausgesetzt die Einreisebestimmungen des jeweiligen Landes lassen dies zu. Auch für unsere Seereisen orientieren wir uns durchgängig an den zielgebietsbezogenen Reisewarnungen und behördlichen Auflagen. Das auf dem Fluss bereits erfolgreich etablierte Infektionsschutz-Konzept kommt auch auf unseren Hochsee-Expeditionsschiffen, deren Größe der unserer Flussschiffe entspricht, zur Anwendung. Aufgrund der Reisewarnung des Auswärtigen Amts für Katalonien kann die Reise ab 23. August von Lissabon nach Barcelona nicht stattfinden. Eine alternative Route können wir aufgrund der behördlichen Beschlüsse trotz intensiver Bemühungen leider nicht anbieten. Ab dem 1. September werden unsere Seereisen wieder planmäßig durchgeführt.”

Anders sieht es bei Reisen innerhalb Deutschlands aus. Anfang Juni ist daher die nickoVISION als wohl erstes Kreuzfahrtschiff überhaupt wieder in die Saison gestartet. Dabei nehmen die rund 40 Gäste an Bord einige Einschränkungen in Kauf.

nickoVISION in Linz
nickoVISION in Linz

Dazu gehören tägliches Fieber messen, eine Einbahnstraßenregelung für alle Gänge an Bord, Mahlzeiten zu verschiedenen Tischzeiten oder in unterschiedlichen Räumlichkeiten, Schließung des Spas, Pools und Fitnessstudios sowie die Bitte einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

“nicko cruises arbeitet derzeit daran, für alle Gäste einen kostenfreien Antikörper-Schnelltest bereitzustellen. Der Schnelltest wird von einem Bordarzt bzw. medizinischem Fachpersonal vorgenommen und ähnelt im Ablauf dem Blutzuckermessen. Mittels eines Blutstropfens aus der Fingerspitze wird festgestellt, ob der Gast Antikörper auf SARS-CoV-2 aufweist. Anhand aller verfügbaren Informationen bestätigt ein Bordarzt die Erlaubnis zum Boarding.” lautet es in einer Pressemitteilung des Veranstalters.

Norwegian Cruise Line/Oceania Cruises/ Regent Seven Seas Cruises: Die Norwegian Cruise Line Holding mit ihren drei Marken setzt den Kreuzfahrtbetrieb bis 31. Oktober aus.

Zusätzlich wurden für den Oktober alle Kreuzfahrten ab/bis Vancouver und sowie alle Kreuzfahrten mit Kanada bzw. New England im Routing abgesagt. Davon betroffen sind die Norwegian Bliss, die Norwegian Joy, die Norwegian Breakaway, die Norwegian Gem, die Insignia sowie die Seven Seas Navigator.

Norwegian Cruise Line Holdings mit den Marken Norwegian Cruise Line, Oceania Cruises und Regent Seven Seas Cruises
Norwegian Cruise Line Holdings mit den Marken Norwegian Cruise Line, Oceania Cruises und Regent Seven Seas Cruises

Alle Gäste auf betroffenen Reisen erhalten eine 125-prozentige Rückerstattung des bezahlten Fahrpreises in Form einer zukünftigen Kreuzfahrtgutschrift, die bis zum 31. Dezember 2022 für jede zukünftige Kreuzfahrt in Anspruch genommen werden kann. Gäste, die den 125-prozentigen Kreuzfahrtkredit nicht in Anspruch nehmen möchten, erhalten eine hundertprozentige Rückerstattung des Fahrpreises. Die Rückerstattung erfolgt innerhalb von 90 Tagen nach Antrag auf die ursprüngliche Form der Zahlung. Die Provisionen der Reisepartner für stornierte Kreuzfahrten werden gemäß den normalen Richtlinien geschützt.

Im Rahmen von Peace of Mind können Gäste, die Kreuzfahrten mit Einschiffungsterminen zwischen dem 1. Januar 2021 und  31. Oktober 2021 gebucht haben, ihre Buchung nun bis zu 15 Tage vor der Abreise stornieren. Gäste, die sich dafür entscheiden, erhalten eine volle Rückerstattung in Form einer Gutschrift, die für jede zukünftige Kreuzfahrt bis zum 31. Dezember 2022 in Anspruch genommen werden kann.

Darüber hinaus gilt für Abfahrten im Jahr 2020 nach wie vor das aktuelle „Peace of Mind“-Angebot, mit Stornierungsmöglichkeit bis 48 Stunden vor der Einschiffung für alle Abfahrten bis zum 31. Dezember 2020. 

Norwegian Cruise Line hat bereits konkrete Gesundsheitsmaßnahmen vorgestellt. Das Sail Safe Programm beinhaltet unter anderem die Installation von H13-HEPA-Filtern, einem Public Health Officer an Bord jedes Schiffes sowie umfangreiche Checks bei den Gästen, zum Beispiel bei Einschiffung oder Rückkehr von Landausflügen.

Phoenix Reisen: Auch der Bonner Reiseveranstalter hat Kreuzfahrten abgesagt, derzeit je nach Schiff bis Ende September bzw. Anfang Oktober. Eine aktuelle Übersicht der abgesagten Reisen gibt es bei Phoenix Reisen.

Die MS Deutschland an der Columbuskaje in Bremerhaven
Die MS Deutschland an der Columbuskaje in Bremerhaven

Ponant: Ponant hat alle Kreuzfahrten seit dem 15.03.2020 bis auf Weiteres eingestellt. Seit Juli bietet Ponant Kreuzfahrten rund um Frankreich anzubieten, dies auch nur für französische Gäste.

Die Hygienemaßnahmen hat Ponant hier in einem Booklet zusammengefasst.

Rendering der Le Bellot. Grafik: Compagnie du Ponant

In einem Brief von Hervé Bellaïch, Vorstand Sales & Marketing bei Ponant, heißt es: ” In der Bretagne heißt es: “C’est dans la tempête que l’on juge un marin” (‘Im Sturm kann man die Qualität eines Seemanns am besten beurteilen’). Wir sind voller Zuversicht und Motivation, diese außergewöhnliche Situation zu bewältigen. Sobald der Sturm abgeklungen ist, werden wir noch entschlossener als je zuvor auf das Meer zurückkehren, um Ihnen neue Horizonte zu offenbaren. Für die, die schon jetzt in die Zukunft blicken und neue Buchungen tätigen möchten, haben wir besonders vorteilhafte und flexible Buchungsbedingungen eingeführt.”

P&O Cruises: Diese Woche hat die britische Reederei verkündet, den Kreuzfahrtbetrieb bis einschließlich 15. Oktober einzustellen. Laut Website liege der Fokus aktuell nicht darauf, so schnell wie möglich wieder Reisen anzubieten, sondern einen Weg zu finden, möglichst sichere Kreuzfahrten für Gäste und Crew anzubieten und dabei trotzdem einen unvergesslichen Urlaub zu schaffen.

Princess Cruises: Ursprünglich hatte Princess Cruises den weltweiten Betrieb seiner 18 Kreuzfahrtschiffe für 60 Tage unterbrochen. Nun sind noch weitere Reisen betroffen:

  • alle Kreuzfahrten ab/bis Australien mit Abfahrten zwischen 29. August und 21. September
  • alle Kreuzfahrten ab/bis Vancouver und Seattle im September und Oktober
  • siebentägige Kreuzfahrten ab/bis San Francisco im September und Oktober
  • alle Kreuzfahrt ab/bis Keelung im August

Royal Caribbean Cruises: Die Marken des Konzerns (Royal Caribbean International, Celebrity Cruises, Azamara Cruises und Silversea Cruises) haben nun alle Kreuzfahrten bis Ende Oktober abgesagt. Die Passagiere haben die Möglichkeit, zwischen einer 100-prozentigen Stornierung oder einem 125-Prozent-Gutschein für eine künftige Reise zu wählen. Zudem wurden aufgrund der verspäteten Indienststellung alle Reisen mit der Odyssey of the Seas bis 17. April 2021 abgesagt.

Seabourn: Auch Seabourn hat den Schiffsbetrieb eingestellt. Als erstes der fünf Schiffe soll die Seabourn Sojourn am 13. Oktober wieder starten, als letztes die Seabourn Odyssey am 20. November.

Sea Cloud Cruises: Die Hamburger Reederei hat alle Reisen bis Ende September abgesagt. In Folge der Coronakrise gibt es nun auch einen veränderten Plan für die Ablieferung der Sea Cloud Spirit. Auf der Website heißt es unter anderem: “Auch unsere Werft musste ihre Arbeit an der Sea Cloud Spirit mehrere Wochen komplett einstellen. Der Betrieb durfte zwar inzwischen in kleinen Gruppen unter strikter Beachtung von verstärkten Hygiene- und Abstandsregelungen wieder aufge­nommen werden. Die an dem Projekt beteiligten europäischen Subunternehmen und Zulieferer dürfen wegen der weiter bestehenden Einreisebeschränkungen jedoch noch nicht nach Spanien zurückkehren. Die Verschiebung der Jungfernfahrt und der daran anschließenden Reisen ist aufgrund der Corona-bedingten Bauverzögerung daher unvermeidbar.”

So soll die Sea Cloud Spirit aussehen. Grafik: Sea Cloud Cruises
So soll die Sea Cloud Spirit aussehen. Grafik: Sea Cloud Cruises

Transocean Kreuzfahrten: Transocean hat aufgrund der Insolvenz der Muttergesellschaft alle geplanten Kreuzfahrten abgesagt. Weitere Informationen zur Insolvenz haben wir hier zusammengefasst.

Vasco da Gama in Bremerhaven
Vasco da Gama in Bremerhaven

TUI Cruises: Die Reederei hat nun mit den ersten Schiffen den Betrieb wieder aufgenommen. Ab dem 24. Juli starten die sogenannten „Blauen Reisen“ auf der Mein Schiff 2. Die drei- bis viertägigen Kurzreisen beginnen und enden in Hamburg und bestehen ausschließlich aus Seetagen. Reisen nach dem selben Prinzip starten ab Anfang August auch ab Kiel mit der Mein Schiff 1. Ab 7. August starten die siebentägigen Kreuzfahrten mit der Mein Schiff 1 und der Mein Schiff 2 ab und bis Hamburg, sowie Kiel in die norwegischen Fjorde. 

“Allen Gästen mit Abreisetermin bis zum 31.10.2020 bieten wir die Möglichkeit, bis spätestens 5 Tage vor Reisebeginn gebührenfrei umzubuchen (unabhängig vom gebuchten Tarif), falls sie ihre Reise nicht antreten möchten.”, heißt es von TUI Cruises.

Die Mein Schiff 1 in Hamburg
Die Mein Schiff 1 in Hamburg

VIVA Cruises: Ab 26. Juni sollen alle Reisen bei VIVA Cruises wieder wie geplant stattfinden. Den Auftakt macht die VIVA Tiara und kann so die abgesagte Jungfernfahrt nachholen. Im Juli und August folgen dann neu aufgelegte Kurzreisen ab Düsseldorf und Frankfurt.

Für alle nun kommenden Flusskreuzfahrten gilt die VIVA Checkliste. Zu dieser gehören verbindliches Fieber messen und Screening der Gäste, verstärkte Desinfektion und Aufstockung der Handdesinfektionsgeräte, eine reduzierte Passagierzahl, ein optimiertes Restaurantkonzept und reduzierte Gästeanzahl bei Landausflügen mit kabellosem Infosystem.

Wie genau das aussehen soll, lest ihr hier.