Die Costa Smeralda: So entstand ihr Design

Stefan Seidenfaden erklärt das Design der Costa Smeralda
Stefan Seidenfaden erklärt das Design der Costa Smeralda

Wir waren am vergangenen Freitag von Costa Crociere eingeladen, um in Hamburg an Bord der Costa Mediterranea an einem ganz besonderen Termin teilzunehmen. Wir durften dabei sein, als ein Teil der Designer und Architekten über das Design des neuen Costa-Flaggschiffs Costa Smeralda gesprochen hat.

Unter der Führung von Hospitality-Designer Adam Tihany waren vier verschiedene Designbüros an der Costa Smeralda beteiligt: Partnership Design, Jeffrey Beers International, Dordoni Architetti und Rockwell Group. Die Aufgabe war, unter der Philosophie „Italy’s finest“ eine Hommage an Italien zu schaffen und ein Designkonzept umzusetzen, das auf der Geschichte und Tradition Costas aufbaut. Mit dem bunten und kleinteiligen Design älterer Costa-Schiffe hat das nichts mehr zu tun: „Costa hat sich entschieden, die Brand Identity zu ändern“, heißt es von Partner Ship Design.

Die neue Costa Smeralda wird das Flaggschiff von Costa Cruises und das erste emissionsarm mit LNG betriebene Schiff der Flotte. Aktuell steht das Schiff bei der Werft Meyer Turku kurz vor der Fertigstellung. Derweil hat in Hamburg die Agentur Partner Ship Design an Bord der Costa Mediterranea Einblicke in ihre Arbeit gegeben und berichtet, wie das Design der Costa Smeralda zustande kam. 

Kai Bunge von Partner Ship Design
Kai Bunge von Partner Ship Design

Partner Ship Design hat einen Großteil von Deck 8 sowie die offenen Decks, also das Lanai Deck und das Pooldeck, übernommen. Dolce Vita und Leidenschaft standen für das Hamburger Büro dabei ganz oben. „Das deckt sich mit dem, wie wir Kreuzfahrtschiffe entwickeln – mit Leidenschaft“, sagt Kai Bunge, Partner bei Partner Ship Design. 

Die Piazza Trastevere mit Gelateria und italienischer Tapas Bar wurde von Partner Ship Design in einer Kombination von Historie und Moderne gestaltet. Säulen und Materialien wie Marmor nach antikem Vorbild finden sich hier ebenso wie eine moderne große LED-Wand. Die Decke dieses Raumes ist inspiriert durch das Pantheon in Rom.

Die Piazza. Foto: Costa
Die Piazza. Foto: Costa

Die Sports Bar setzt auf die beliebtesten Sportarten in Italien: Fußball und Motorsport. „Eine ganz andere Interpretation einer Sports Bar“ sei das im Vergleich zu den Sports Bars anderer Reedereien, erklärt Stefan Seidenfaden, Partner bei Partner Ship Design.  Entsprechend ist der Raum ganz in weiß und grün gehalten.

Eines der künftigen Highlights an Bord der Costa Smeralda wird sicherlich die Pizzeria Pummid’oro sein. Hier hat Partner Ship Design den Pizzaofen zentral im Restaurant angeordnet. „Anderswo verschwindet die Pizza in den Buffets, bei Costa wird sie zelebriert“, so Seidenfaden. 

Diese Stühle kommen auf die Costa Smeralda
Diese Stühle kommen auf die Costa Smeralda

Auch die Kochschule Ristorante Lab hat Partner Ship Design gestaltet. Hier steht das Kochen natürlich im Vordergrund. Entsprechend stehen Zutaten und Kochhandwerk beim Design im Fokus.

Auf Deck 7 am Heck wird sich die Bar Superbar befinden, bei der vor allem die Nähe zum Wasser eine Rolle in Sachen Gestaltung spielt. „Wir haben die Bar an die Badeorte Italiens in den 60er Jahren angelehnt“, erklärt Seidenfaden. Dank mehrerer separierter Sitzecken soll man hier auch Ruhe finden können. 

Design der Costa Smeralda Außendecks für Individualität

Das obere Außendeck ist in einige unterschiedliche Bereiche geteilt. „Viele Schiffe haben ein großes Deck mit viel Teak und einer Menge Liegestühlen. Das ist hier nicht mehr so“, sagt Bunge. Nach seinen Worten habe man die Bereiche bewusst unterschiedlich gestaltet, um mehr Individualität auf der Costa Smeralda zu schaffen. So gibt es einen Skywalk für Flaniergänge, der bewusst kein Teil der Joggingstrecke ist, mehrere Wasserrutschen und die Spanische Treppe am Heck. Letztere kann multifunktional genutzt werden und ist mit einer großen LED-Wand ausgestattet.

45 Nationen an Bord

Mit dem internationalen Team will Costa die Eigen- und Fremdwahrnehmung Italiens an Bord bringen. Angesichts von teils 45 verschiedenen Nationen der Passagiere auf einer Reise ist das sicherlich ein richtiger Schritt.

Costa Smeralda im Bau bei Meyer Turku
Costa Smeralda im Bau bei Meyer Turku

Partner Ship Design hat bei Kreuzfahrtschiffen einiges an Erfahrung. So stammt die Flotte von AIDA Cruises bereits aus der Feder der Hamburger Designer. Die Agentur ist aktuell bei Schiffen von vier Marken der Carnival Corporation beteiligt. AIDA Cruises, Costa Cruises, Carnival Cruise Line und P&O Cruises lassen alle auf Basis eines gleichen Grunddesigns Schiffe bei der Meyer Werft und Meyer Turku bauen. Sie alle werden mit einem LNG-Antrieb ausgerüstet.

Partner Ship Design wurde 1991 von den Architekten Kai Bunge und Siegfried Schindler gegründet. Seither hat sich das Büro bei der Gestaltung von Kreuzfahrtschiffen einen Namen gemacht. Ihr Erfolgsgeheimnis: alles kommt aus einer Hand. „Wir machen alles an einem Schiff. Sie können uns ihre Zahlen geben und wir gestalten Ihnen ein Schiff“, erklärt Bunge. Dabei geht Partner Ship Design immer auf die Wünschen des Kunden ein: „Es gibt keinen Parnter-Ship-Design-Stil“.

Das Unternehmen habe dabei immer ein ganzheitliches Design zum Ziel. „Man kann eine Außengestaltung nicht ohne eine Innengestaltung machen“, so Bunge weiter. Das fängt schon an, bevor ein Schiff überhaupt bei einer Werft in Auftrag gegeben wird. „Wir entwickeln die Generalpläne gemeinsam mit der Reederei“, sagt der Architekt.

Wir können also gespannt sein auf die Einrichtung der Costa Smeralda und ihrer Schwesterschiffe aus dem Carnival-Konzern, die in den kommenden Jahren entstehen werden.