Zu Besuch bei den Ozeanriesen auf der Meyer Werft

Rund zwei Stunden dauert die Führung durch das Besucherzentrum
Rund zwei Stunden dauert die Führung durch das Besucherzentrum

Die Meyer Werft in Papenburg gehört nicht nur zu den größten Schiffbaubetrieben der Welt, die Kreuzfahrtschiffe bauen, sondern erlaubt mit ihrem Besucherzentrum auch hunderttausenden Menschen jährlich einen Blick in die Produktion.

Die Dimensionen auf der Meyer Werft sind wahrlich groß – das merkt man schon während der Anfahrt zum Werftgelände. Die erfolgt mit dem Shuttlebus aus der Papenburger Stadtmitte. Alle Besucher, die mit einer öffentlichen Führung auf die Werft kommen, steigen dort gemeinsam mit ihren Gästebetreuern der Papenburg Marketing GmbH, die das Besucherzentrum betreibt, in den Bus.

Während der knapp zehnminütigen Fahrt erfährt man schon allerhand Interessantes. So sind beispielsweise die Buchstaben an der Werfthalle fast zehn Meter hoch! Die größere der zwei Baudockhallen setzt mit ihren Ausmaßen – 125 Meter Breite, 75 Meter Höhe und 504 Meter Länge – sogar einen Weltrekord!

Fast zehn Meter hoch sind die Buchstaben an der Halle
Fast zehn Meter hoch sind die Buchstaben an der Halle

Geschichte und Gegenwart der Meyer Werft

Das Besucherzentrum selbst bietet jedes Jahr rund 250.000 Besuchern einen Einblick in die Geschichte und Gegenwart der Meyer Werft. Schon zu Beginn der Führung zeigen zwei aufwändig produzierte Filme, wie Kreuzfahrtschiffe in Papenburg weit südlich der Nordseeküste entstehen. Wie ein gut eingespieltes Orchester müssen hunderte Firmen und tausende Menschen zusammenarbeiten, damit innerhalb von gut 36 Monaten aus einer Idee ein neues Kreuzfahrtschiff wird.

Anschließend führt der geleitete Rundgang durch unterschiedliche Themenbereiche. Eine Modellgalerie zeigt die unterschiedlichen Schiffsklassen, die die Meyer Werft bereits gebaut hat. Waren es bis in die 1980er Jahre hinein vor allem Gastanker und Fähren, so spezialisierten sich die Papenburger danach mehr und mehr auf Kreuzfahrtschiffe. 1986 lieferten sie mit der Homeric ihr erstes Kreuzfahrtschiff ab und bis heute sind es mehr als 40 geworden.

Die Modellgalerie zeigt die Flotte der Meyer Werft
Die Modellgalerie zeigt die Flotte der Meyer Werft

In den anschließenden Bereichen lernt man dann auch, wie die Meyer Werft so erfolgreich werden konnte: mit innovativen Produktionsprozessen und kreativen Ideen für Einrichtungen an Bord. So werden die bis zu 347 Meter langen Kreuzfahrtschiffe nicht in einem Stück gebaut, sondern nach dem sogenannten Blockbauprinzip – vergleichbar mit Legosteinen. Auch Bug, Heck und Mittschiff werden in verschiedenen Bauabschnitten getrennt gefertigt und später zusammengeschweißt.

Aber auch die Ingenieursleistung der Papenburger Schiffbauer ist beeindruckend. Im Besucherzentrum steht ein Nachbau einer Rohrsektion, wie sie in ein Kreuzfahrtschiff eingebaut wird. Insgesamt werden übrigens knapp 400 Kilometer Rohre für ein Kreuzfahrtschiff gebraucht!

 

Blick in die Baudockhalle

Den Höhepunkt der etwa zweistündigen Führung bildet natürlich der Blick in die große Baudockhalle, in der aktuell die AIDAnova und die Spectrum of the Seas gebaut werden. Die AIDAnova ist das größte Schiff, das bisher von der Meyer Werft gebaut wurde und sogar das erste Kreuzfahrtschiff weltweit, das ausschließlich mit dem umweltfreundlicheren Treibstoff Flüssigerdgas (LNG) betrieben wird.

Norwegian Bliss in der Baudockhalle
Norwegian Bliss in der Baudockhalle

Anschließend werden in vier Bereichen einige der größten und wichtigsten Kunden der Meyer Werft vorgestellt. Über Bildschirme erhält man einen Eindruck, wie es an Bord der Schiffe von Norwegian Cruise Line, Royal Caribbean International, Disney Cruise Line und AIDA Cruises aussieht. Zu jeder Reederei gibt es eine Musterkabine, an der man sehr gut die unterschiedlichen Designs der Schiffe erkennen kann.

Auch die spektakuläre Emsüberführung der Kreuzfahrtschiffe wird im Besucherzentrum mit einem Film in Szene gesetzt. Die Besucher nehmen auf den „Emsdeichen“ Platz und in der Mitte wird ein Schiff virtuell von der Werft zur Nordsee gebracht.

Nach einem kurzen Besuch im Fanshop der Meyer Werft geht es dann mit dem Shuttlebus wieder zurück in die Innenstadt. Zwei Stunden gehen im Besucherzentrum der Meyer Werft ziemlich kurzweilig herum. Dank der persönlichen Erklärungen der Gästebetreuer ist aber keine Führung exakt wie die andere – jeder hat seinen eigenen Stil.

 

Alle Informationen zur Buchung der Werftbesichtigungen erhaltet ihr bei der Papenburg Marketing.

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